Zuchtstand und Standard der Angorakaninchen

Die geforderte Haarlänge liegt bei 6 cm, die bei Schurintervallen von ca. 84 Tagen erreicht werden soll. Diese Anforderung ist letztendlich daraus entstanden mit möglichst geringem Arbeitsaufwand Wolle zu erzeugen, die den Ansprüchen der industriellen Verarbeitung gerecht wird. Dieser Aspekt spielt in der heutigen Zeit jedoch keine große Rolle mehr, da Wolle nur noch im Tausch gegen Produkte aus Angorawolle angenommen wird.

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Es sind fast nur noch Idealisten, die sich mit der Zucht von Angorakaninchen beschäftigen und ihre Liebe zu dieser schönen Rasse scheut sie nicht vor dem höheren Arbeitsaufwand, der aber hauptsächlich durch die Schur entsteht. Ansonsten sind die heutigen Angorakaninchen nicht pflegeintensiver als andere Kaninchen weißer Rassen. Wenn Angorakaninchen in ausreichend großen Buchten sauber und trocken gehalten werden, ist regelmäßiges bürsten und kämmen nicht erforderlich. Lediglich vor der Schur und vor einer Ausstellung sollten Angorakaninchen leicht gekämmt oder gebürstet werden um Schmutzteilen und Knötchen aus der Wolle zu entfernen. Man darf aber nicht außer acht lassen, dass von der negativen Entwicklung des Wollpreises die farbigen Angorakaninchen, die im Vergleich zu weißen Tieren einen doch erheblich geringeren Jahreswollertrag haben, profitieren konnten und können, sie sind in den letzten Jahren immer häufiger auf Ausstellungen zu sehen.

Die heutigen Angorakaninchen sind mit den oben beschriebenen Tieren aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts nicht zu vergleichen. Speziell die deutschen Züchter haben sich um die Weiterentwicklung der Angorakaninchen und die Steigerung der Wollleistung verdient gemacht, wobei auch das pelletierte Futter eine sehr große Rolle gespielt hat und noch spielt. Zum Vergleich, um 1940 lag der jährliche Wollertrag guter Durchschnittstiere bei ca. 350 – 400 g/Jahr, in der heutigen Zeit sind Wollerträge von über 2000 g/Jahr keine Seltenheit.